Das Dungen des Bonsai ist eine der Praktiken, die gut gemacht die Pflanze verwandeln. Schlecht gemacht ruinieren sie. Nach uber zwanzig Jahren Bonsai-Kultur im Suden Italiens habe ich gelernt, dass das Dungen keine Frage der Menge ist, sondern des Timings und der Beobachtung der Pflanze.

Ein Bonsai lebt in sehr wenig Substrat. Die Nahrstoffreserven erschopfen sich schnell und ohne regelmassige Zufuhr kann die Pflanze das notige Wachstum nicht unterstutzen. Ohne Dungung verliert selbst der beste Bonsai in wenigen Saisons an Kraft.

Dieser Artikel erzahlt, wie ich meine Bonsai dunge, welchen Dunger ich verwende und welche Fehler ich am haufigsten sehe.

Warum das Dungen des Bonsai wesentlich ist

Der Bonsai hat nicht die Wasser- und Nahrstoffreserve einer Pflanze in der Erde. Der Topf ist klein, das Substrat begrenzt, und jede Bewasserung tragt einen Teil der gelosten Nahrstoffe weg.

Blasse oder gelbliche Blatter, geringes Wachstum und lange Internodien sind alles Signale eines Mangels. Eine gute Dungung erhalt die Pflanze grun, vital und kompakt.

Die Dungung unterstutzt auch kulturelle Eingriffe. Eine Pflanze, die beschnitten oder entlaubt werden muss, braucht Reserven.

Wann den Bonsai dungen

Die Hauptsaison fur die Dungung lauft vom Fruhjahr bis zum Herbst, mit zwei Spitzen: Marz-Mai und September-Oktober. In diesen Zeiten hat die Pflanze die maximale Fahigkeit, Nahrstoffe aufzunehmen.

Im Sommer, besonders im heissen Suden, ist es ratsam, die Dungung zu reduzieren oder auszusetzen. Die intensive Hitze verlangsamt die Aufnahme.

Im Winter akzeptieren immergrune Pflanzen wie Olive und Wacholder leichte Dungungen mit organischem Langzeitdunger.

Welchen Dunger fur den Bonsai verwenden

Ich verwende hauptsachlich organische Langzeitdunger in Pellets. Sie werden auf das Substrat gelegt und geben Nahrstoffe graduell ab.

Fur Pflanzen in schneller Wachstumsphase erganze ich mit ausgewogenem Flussigdunger (NPK 6-6-6 oder ahnlich) alle zwei Wochen im Fruhjahr und Sommer.

Fur Pflanzen in der Verfeinerungsphase bevorzuge ich stickstoffarme Dunger. Stickstoff im Uberschuss verlangert die Internodien und produziert grosse Blatter.

Wie viel Dunger geben

Die Regel die ich anwende: lieber wenig und oft, als viel auf einmal. Ubermassige Dosen verbrennen die Wurzeln und verursachen mineralische Ungleichgewichte.

Fur Pflanzen in mittleren Topfen reichen zwei oder drei Pellets pro Monat im Fruhjahr-Sommer aus. Fur grosse Pflanzen bis zu sechs Pellets.

Wenn ich mit Flussigdunger dunge, halbiere ich immer die vom Hersteller empfohlene Dosis. Fur weitere Informationen zur mediterranen Pflege siehe Olivenbaum-Bonsai-Pflege.

Haufige Fehler beim Dungen

Der erste Fehler ist Dungung auf trockenem Substrat. Dehydrierte Wurzeln konnen Nahrstoffe nicht aufnehmen und die Salze verbrennen die Gewebe.

Der zweite Fehler ist Dungung gestresster Pflanzen. Eine kurzlich umgetopfte, kranke oder geschwachte Pflanze nimmt Dunger nicht gut auf.

Der dritte Fehler ist Uberdosierung. Viele Anfanger denken, mehr Dunger bedeute mehr Wachstum.

Ich sehe auch oft unausgewogene Dungungen. Nur Stickstoff ohne Phosphor und Kalium erzeugt Pflanzen mit grossen aber schwachen Blattern.

Haufige Fragen

Kann ich normalen Pflanzendunger fur den Bonsai verwenden?

Ja, aber in halbierten Dosen. Handelsdunger sind fur Pflanzen in der Erde dosiert.

Muss ich den Bonsai in der Blute dungen?

Ja, aber mit stickstoffarmem Dunger und mehr Phosphor.

Wie oft muss ich einen Ficus dungen?

Ficus akzeptieren regelmassige Dungungen alle zwei Wochen im Fruhjahr-Sommer.

Kann ich einen frisch gekauften Bonsai dungen?

Nein. Warte mindestens einen Monat.

Woran erkenne ich zu viel Dungung?

Blatter mit braunlichen Randern, Blattfall ohne offensichtlichen Grund, Salzansammlung auf der Substratoberflache.